French Open

Dominic Thiem bei den French Open 2023

Mai 19, 2023

Des einen Glück des anderen Leid – am Donnerstag vor Beginn der French Open gab der größte Sandplatzspieler aller Zeiten seine Absage bekannt: Rafael Nadal muss wegen einem Riss des Hauptbeuger-Muskels im Hüftgelenk passen. Positiv ist die Nachricht hingegen für Dominic Thiem, denn damit steht der Österreicher im Hauptfeld des Grand-Slam-Turniers.

Tatsächlich war Dominic Thiem der erste in der Reihe der Nicht-Qualifizierten, erst mit der Meldung Nadals rückte er ins Hauptfeld nach. Damit ist genau der Mann für seine Teilnahme verantwortlich, der Thiem zwei Mal im Finale besiegte. Obendrein wird Rafael Nadal erstmals seit 2003 nicht mehr Teil der Top 100 der Weltrangliste sein.

Thiem machte in Paris auf sich aufmerksam

Paris war einst der Lieblingsort von Dominic Thiem in der Tenniswelt. Seit 2014 war der Lichtenwörther stets mit von der Partie. 2016 kam er in Paris erstmals in seiner Karriere in ein Grand-Slam-Halbfinale, musste sich dann aber Novak Djokovic geschlagen geben. Ein Jahr später konnte er seine Leistung ebenfalls mit einem Top-4-Platz bestätigen – im Viertelfinale revanchierte er sich noch gegen Djokovic, im Halbfinale war dann gegen „Mister Paris“ Rafael Nadal Schluss.

2018 zog er dann zum ersten Mal ins Finale von Roland Garros ein. Am Weg ins Endspiel besiegte er unter anderen Alexander Zverev in drei Sätzen und stand dann wieder Rafael Nadal gegenüber. Der Spanier hatte wieder das bessere Ende für sich und holte souverän den Titel. Im Jahr darauf kam es zum Rematch des Paris-Finales. In einem epischen Halbfinal-Fight, der aufgrund mehrerer Unterbrechungen über zwei Tage ging, setzte sich Österreichs Nummer eins zuvor gegen Djokovic durch. Nadal war dann aber auch in diesem Jahr eine Nummer zu groß.

Formtief und Verletzung werfen Thiem zurück

2020 wurden die French Open aufgrund der COVID-Pandemie im Herbst ausgetragen. Wieder triumphierte am Ende Rafael Nadal. Mit dem Finale hatte Thiem nichts zu tun – er unterlag Diego Schwartzmann und schied damit im Viertelfinale aus. Dennoch war 2020 das beste Jahr in Thiems bisheriger Karriere – holte er mit den US Open doch seinen ersten und einzigen Grand-Slam-Titel. Aber die Liebe zu Paris bröckelte.

Es war ein wahrer Schock im Mai 2021 – Thiem schied in Paris bereits in Runde eins aus. Nach zwei gewonnen Sätzen drehte Gegner Pablo Andujar – die zu der Zeit Nummer 68 der Welt! – die Partie und kickte den Österreicher völlig überraschend aus dem Turnier. Andujar hatte bis zu diesem Tag in drei Duellen noch nicht einen Satz gegen Thiem gewonnen. Das bestätigte das äußerst formschwache Jahr des US-Open-Siegers. Im Juni folgte mit der schweren Handgelenksverletzung endgültig der Knick. 2022 kam Thiem nach langer Pause wieder zurück in den Tenniszirkus – in Paris setzte es allerdings erneut in Runde eins einen Dämpfer. Der Bolivianer Hugo Dellien schlug ihn in drei Sätzen klar.

Neuer Versuch 2023

Auch wenn es die Weltrangliste nicht unbedingt vermuten lässt, aber 2023 präsentiert sich die aktuelle Nummer 96 deutlich besser als die beiden Jahre zuvor. Doch just vor der Bekanntgabe von Thiems Teilnahme an den French Open setzte es einen Rückschlag. In der Vorbereitung für das Grand-Slam-Turnier unterlag der 29-Jährige Corentin Moutet im Achtelfinale des ATP-175-Challengers in Bordeaux. Auch in Mauthausen kam er davor als Favorit nur ins Halbfinale.

Eine bittere Enttäuschung für den 17-fachen Turniersieger, der sich eigentlich bei den Challengern in Oberösterreich und Frankreich in Paris Selbstvertrauen holen und auch in der ATP-Rangliste weiter nach oben klettern wollte. Nach der starken Leistung in der zweiten Runde von Madrid gegen Stefanos Tsitsipas, in der er sich nach einem starken Fight und Gewinn des zweiten Satzes im Tiebreak geschlagen geben musste, erhoffte man sich eine Rückkehr in die Erfolgsspur. Neo-Coach Benjamin Ebrahimzadeh und sein Schützling haben also noch einiges zu tun. Schließlich war es das erste Ziel des Deutsch-Iraners, Thiem bis Paris „wieder auf Kurs“ zu bringen.