WM

WM-Vorschau: Alles offen in den Hammer-Gruppen

November 23, 2022

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar ist mittlerweile voll im Gange. Auch die ersten Sensationen, man denke an den 2:1-Sieg von Saudi-Arabien über Argentinien, hat es bereits gegeben. Spektakulär werden mit Sicherheit auch die Duelle in den „Hammer-Gruppen“ E und F.

Gruppe E: Costa Rica – Deutschland – Japan – Spanien

Man würde meinen, in Gruppe E müssen sich Spanien und Deutschland nur mehr den ersten Platz ausschnapsen. Dabei sind Costa Rica und Japan keinesfalls zu unterschätzen. So ist Costa Ricas Chefcoach, Suarez Guzman, bereits zweifach WM-erprobt. Der Kolumbianer führte schon Ecuador (2006) und Honduras (2014) zur Weltmeisterschaft. Mit Starspieler Keylor Navas (35 Jahre) sowie Celso Borges (34) und Kapitän Bryan Ruiz (37) verfügen die „Ticos“ zudem über eine Menge Erfahrung.

Auch im japanischen Aufgebot finden sich international erprobte Spieler. Besonders auffällig: Cheftrainer Hajime Moriyasu schenkte gleich acht Akteuren, die bei deutschen Vereinen unter Vertrag stehen, das Vertrauen. Möglicherweise ein kleiner Vorteil für das erste Gruppenspiel gegen Deutschland? Die Auswahl von Hansi Flick muss gegen Japan ohne Leroy Sane, der an Knieproblemen laboriert, auskommen. Trotz des Ausfalls des Bayern-Stars hofft der Weltmeister von 2014 auf einen Sieg, um einem erneuten Vorrunden-Aus zu entgehen.

Dieses will mit Sicherheit auch Spanien vermeiden. Die „Furia Roja“ wurde 2010 Weltmeister und schied vier Jahre später in der Vorrunde aus. Beim letzten Großereignis war im Achtelfinale gegen Gastgeber Russland Schluss. Mit einer Mischung aus erfahrenen (Alba, Busquets) und jungen Spielern (Gavi, Pedri, Fati) strebt Chefcoach Luis Enrique den zweiten Weltmeistertitel an.

Gruppe F: Belgien – Kanada – Kroatien – Marokko

Belgien und seine „goldene Generation“ – oft als Geheimfavorit gehandelt, am Ende reichte es allerdings nie für den großen Wurf. 2014 war der spätere Finalist Argentinien eine Nummer zu groß. 2018 besiegelte Nachbar Frankreich im Halbfinale das WM-Aus. In Katar hat die Generation rund um Kevin De Bruyne, Eden Hazard und Co. möglicherweise die letzte Möglichkeit auf einen großen Titel.

Doch schon im ersten Gruppenspiel gegen Kanada ist Belgien gefordert. Das Team vom Engländer John Herdman wird vor allem auf die schnellen Außenbahn-Spieler Jonathan David und Alphonso Davies setzen. Bei der ersten WM-Teilnahme seit 36 Jahren können die Kanadier ohne Druck aufspielen und durchaus für eine Überraschung sorgen. In einer ähnlichen Position befindet sich Marokko. Bei den letzten drei WM-Teilnahmen (1994, 1998, 2018) war für die „Löwen vom Atlas“ jeweils nach der Vorrunde Schluss. Mit Achraf Hakimi, Noussair Mazraoui oder Hakim Ziyech, der unter Neo-Trainer Walid Regragui wieder eine Rolle im Nationalteam spielt, verfügen die Marokkaner definitiv über internationale Klasse.

Kroatien befindet sich wiederum in einer ähnlichen Position wie Belgien. Die „Feurigen“ brachten in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Generationen von Top-Spielern hervor. Ein großer Titel konnte allerdings noch nicht gesichert werden. Vor vier Jahren, als es im Finale gegen Frankreich eine Niederlage setzte, war die Mannschaft von Zlatko Dalic so nah dran wie noch nie. In Katar haben Luka Modric (37), Ivan Perisic (33) oder Domagoj Vida (33) wohl die letzte Chance auf den großen Triumph.