Formel 1

Saisonfinale in Abu Dhabi: Die letzten Entscheidungen der Formel 1-WM 2022

November 18, 2022

Am kommenden Sonntag richtet die Welt den Blick auf den Nahen Osten. Während in Katar die Fußball-WM startet, steigt weiter östlich am Persischen Golf das Saisonfinale der Formel 1.

Der Große Preis von Abu Dhabi im vergangenen Jahr war eines der denkwürdigsten Formel-1-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der WM-Kampf zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton fand ein dramatisches Ende mit vielen Kontroversen. Schlussendlich hatte der Niederländer die Nase vorne. Auch in diesem Jahr holte er sich – diesmal völlig überlegen – den Weltmeistertitel. Und den Konstrukteurstitel hat Red Bull auch schon vor Wochen fixiert.

Leclerc vs. Perez: Verstappen als Zünglein an der Waage?

Doch dahinter geht es heiß her, in beiden Wertungen kämpfen zwei Kontrahenten um Rang zwei. Bei den Fahrern matchen sich Charles Leclerc und Sergio Perez. Beide hofften letztes Wochenende in Brasilien auf die Schützenhilfe ihrer Teamkollegen – beide beendeten jedoch als Zweiter des jeweiligen Rennstalls das Rennen. Im Lager von Red Bull gingen die Wogen hoch – Max Verstappen lehnte es deutlich und beinahe wütend ab, seinem Teamkollegen den sechsten Platz, und damit wichtige Punkte, zu überlassen. Eine Krisensitzung folgte nur Minuten nach Rennende. Offiziell ist alles geklärt und Verstappen gab an, „alles tun zu wollen, um Checo zu helfen“ – ja, klar, wer’s glaubt. So eine tiefe Eiszeit gab es in der Formel 1 lange nicht. Da wirkten Bottas und Hamilton letztes Jahr wie Best Friends.

Kann Mercedes Ferrari noch abfangen?

Der zweite große Kampf schien vor Brasilien eigentlich schon entschieden. Doch George Russell holte nicht nur den ersten Sieg für Mercedes in dieser Saison, sondern Lewis Hamilton komplettierte das starke Ergebnis der Silberpfeile auf Rang zwei. Nun fehlen Mercedes nur noch 19 Punkte auf Ferrari und damit den Vize-Konstrukteurstitel. 19 Punkte sind zwar eine beachtliche Spanne, die viele Umstände zu Mercedes‘ Gunsten erfordert, aber man sollte nicht vergessen, welches unfassbares Talent Ferrari heuer hat, um Dinge so richtig zu versauen. Demnach ist bis zum Schluss alles möglich – sowohl bei den Fahrern als auch der Konstrukteurswertung –, auch wenn es nicht danach aussehen mag.

Ferraris ungünstige Entscheidungen waren wahrlich außergewöhnlich in diesem Jahr. Anfangs sah es so aus, als ob man tatsächlich in den Titelkampf eingreifen könnte. Am Ende hatte Verstappen eines der besten Jahre aller Zeiten, egal welcher Ära. Er stellte nicht nur den Rekord an Siegen in einer Saison auf, sondern sicherte sich auch den Titel bei noch vier ausstehenden Rennen. Das ist wahrlich bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass er die Saison mit zwei Ausfällen in den ersten drei Rennen begann und zu diesem Zeitpunkt Sechster der Gesamtwertung war. In Abu Dhabi kann er seinen Rekord von 14 Saisonsiegen noch weiter nach oben schrauben – mal sehen, ob er den weiteren Rekord zugunsten seines Teamkollegen opfert.

Alles Gute, Sebastian Vettel

15 Jahre nach seinem Debüt startet Sebastian Vettel in Abu Dhabi zum letzten Mal in einen Formel-1-Grand-Prix, zwölf Jahre nachdem er sich genau dort zum jüngsten Weltmeistertitel aller Zeiten gekrönt hatte, sein erster Titel von vier. Mit 53 Siegen, 57 Pole-positions und 122 Podiumsplätzen gehört Vettel zu den ganz Großen des Motorsports.

Neben Vettel werden auch Daniel Ricciardo, Nicholas Latifi und Mick Schumacher ihr vorerst letztes Formel-1-Rennen bestreiten. Erst vor wenigen Tagen fiel die Entscheidung von Haas, in der kommenden Saison nicht auf Schumacher zu setzen. Statt ihm steigt 2023 ein anderer Deutscher wieder ins Cockpit – Nico Hülkenberg.